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ANgesicht Magazin

SCHMERZFREI DURCH MINI-IMPLANTAT

Monika Maul ist hart im Nehmen. Man sieht es ihr nicht an, aber die Liste operativer Eingriffe, die sie über die Jahre bewältigt hat, ist enorm. Umso erstaunlicher, dass sie sich für ihre letzte OP, ohne zu zögern, entschieden hat.

„WENN MICH EIN MEDIZINER ERNST NIMMT, DANN BEKOMMT ER AUCH MEIN VERTRAUEN“,

sagt Monika Maul. Firas Kalaji, der ihr gegenübersitzt, lächelt ein wenig verlegen.

“Wir haben das zusammen gut hinbekommen, denn Frau Maul hat hervorragend mitgearbeitet”, sagt der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am ANregiomed Klinikum Ansbach.

25 Jahre lebte Monika Maul mit chronischen Rückenschmerzen. Immer wieder bekam sie zu hören, da könne man nichts machen – Diagnose: Arthrose.

Regelmäßig erhielt sie Cortisonspritzen. „Ich habe damit gelebt“, sagt die 77-Jährige. Bis zum Frühjahr 2025, als ihr Mann sie an einem Samstag in die Zentrale Notaufnahme brachte, weil sie nicht mehr laufen konnte. Die Schmerzen waren schlicht unerträglich.

Nach der Akutbehandlung kam Monika Maul in die Sprechstunde von Firas Kalaji. Anhand der detaillierten 3D-Aufnahmen aus dem Computertomographen (CT) erkannte er die Möglichkeit, ihr eine Operation mit einer schonenden Methode zu ermöglichen, die es hierzulande erst seit dem vergangenen Jahr gibt.

DIE NEUROCHIRURGIE AM KLINIKUM ANSBACH IST DIE ERSTE KLINIK IN GANZ DEUTSCHLAND, DIE EINE FFX-OPERATION ANBIETET,

bei der kleine Implantate an den Gelenken der Lendenwirbelsäule eingesetzt werden, um diese zu stabilisieren.

Die FFX-Operation ist ein minimalinvasives, gewebeschonendes Verfahren. Es erfordert keine großen Versteifungen oder umfangreichen Schraub- und Stabsysteme. Die Implantate werden über kleine Schnitte an der Wirbelsäule eingesetzt. Der Blutverlust während des Eingriffs ist gering, die OP-Zeit deutlich reduziert. Diese Faktoren wirken sich alle positiv auf die Erholung gerade älterer Patienten aus.

Eine FFX-Operation kommt für Firas Kalaji nur infrage, wenn eine konservative Therapie über mindestens sechs Monate keine Verbesserung zeigt. Bei Monika Maul war das zweifellos der Fall. Und so hatte sie die Wahl zwischen weiteren Cortisonspritzen alle drei Monate oder dem operativen Eingriff. „Ich habe mich sofort dafür entschieden“, sagt sie.

Der Eingriff findet an einem Donnerstag im September 2025 statt. Einen Tag später steht sie auf Station aus dem Bett auf und verspürt keinen Schmerz. Monika Maul kann es kaum fassen.

Samstag früh ruft sie ihren Mann an, damit er sie aus dem Klinikum abholt. Wolfgang Maul sitzt noch „unrasiert beim Frühstück“, wie er sich erinnert. Er glaubt zuerst, seine Frau mache Scherze. Seit der Operation sind zu diesem Zeitpunkt 48 Stunden vergangen.

ZUM ERSTEN MAL SEIT 25 JAHREN BEWEGT SICH MONIKA MAUL OHNE BESCHWERDEN.

Dazu muss man wissen, dass sie sich sehr gerne bewegt. Übrigens mit künstlicher Hüfte und Kniegelenk.

Nach einer ambulanten Reha ist sie sportlich wieder sehr aktiv. Dreimal wöchentlich gehört eine Gymnastikrunde zu ihrem Ritual. Sie legt jeden Morgen eine leichte Strecke zurück und hat kürzlich eine zweistündige Wanderung bewältigt – komplett schmerzfrei.

„VOR DER OPERATION WAR DARAN NICHT ZU DENKEN“,

sagt Monika Maul. Selbst einen Sturz im Herbst 2025 übersteht sie gut. 

„Natürlich gehört auch ein wenig Glück dazu“, sagt sie rückblickend. Ihre disziplinierte Lebensführung mit regelmäßiger Bewegung ist jedoch ein wesentlicher Faktor für das gute „Outcome“, wie es in der Medizin heute heißt. „Frau Maul ist eine herausragende Patientin“, sagt Chefarzt Firas Kalaji. „Sie hat eine positive Einstellung und arbeitet gut mit. Ich bin froh, dass wir ihr so gut helfen konnten.“

Die FFX-Operation eignet sich für Patientinnen und Patienten mit schweren mechanischen Rückenschmerzen. Durch Fehlbelastungen oder schlicht das zunehmende Alter kann es zu Verschleißerscheinungen, Reizungen oder Instabilitäten in der Wirbelsäule kommen. Die FFX-Implantate in der Größe eines Fingernagels stabilisieren dabei die Wirbelgelenke.

Für welche Patientinnen und Patienten diese schonende Methode infrage kommt, kann Neurochirurg Firas Kalaji nur individuell entscheiden.

„JE FRÜHER WIR DIE SCHMERZEN IM UNTEREN RÜCKENBEREICH ANALYSIEREN, DESTO BESSER KÖNNEN WIR HELFEN“,

sagt Kalaji. Der erste Schritt ist ein Termin in der neurochirurgischen Sprechstunde am Klinikum Ansbach. Wie bei Monika Maul.

Weitere Informationen

Dr. (Univ. Aleppo) Firas Kalaji
Chefarzt
Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Ansbach

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